Meine Coaching-Methode: Das magische Blatt

In diesem Blog-Artikel möchte ich dir eine ganz neue – von mir kreierte Coaching-Methode vorstellen, mit der auch du es schaffen kannst, Veränderung im Leben erfolgreich anzugehen und mit Hilfe der Methodik erste Lösungsansätze zu erarbeiten. Life-Coaching mit Alexandra Stierle. Veränderungsprozesse gestalten durch Coaching.

In diesem Blog-Artikel möchte ich dir eine ganz neue – von mir kreierte Coaching-Methode vorstellen, mit der auch du es schaffen kannst, Veränderungen erfolgreich anzugehen und mit Hilfe der Methodik erste Lösungsansätze zu erarbeiten.

Kurzanleitung:

  1. Schwarzen Punkt in die Mitte eines weißen Blatt Papieres malen
  2. Fragen stellen zur Wahrnehmung
  3. Rahmen einzeichnen
  4. Weiße Fläche: Wünsche, Bedürfnisse und Ziel sowie Träume sammeln und aufschreiben lassen
  5. Ressourcen sammeln und in den Rahmen schreiben
  6. Ziel hinter dem Veränderungswunsch erfragen
  7. Skalierung der Ideen auf der weißen Fläche
  8. Ressourcen prüfen und ggf. ergänzen
  9. Lösungsansätze herausarbeiten
  10. Geeignete weitere Methoden wählen

Der Hintergrund der Methode

Bild von Tumisu auf Pixabay
Bild von Tumisu auf Pixabay 

Unser Leben verläuft in einem ununterbrochenen Prozess der Weiterentwicklung. Dabei steuert unbewusst sehr viel unser Unterbewusstsein. In ihm ist alles abgespeichert, was wir bis heute erlebt haben.

Das können wir uns wie eine riesige Bibliothek vorstellen, die prall voll ist mit Erfahrungsbüchern, einige davon sind negative und andere positive Erfahrungsbücher und wieder andere sind noch gar nicht geschrieben, doch dafür gibt es zumindest schon ein Regal in das sie dann, wenn sie geschrieben sind, abgelegt oder abgespeichert werden können.

Jeden Tag nehmen wir ganz viel wahr und treffen Entscheidungen. Damit wir zu einer Entscheidung kommen, gleichen wir das Wahrgenommene mit unseren bereits bestehenden Erfahrungen im Erfahrungsgedächtnis ab und bewerten diese anschließend.

Wie diese Bewertung ausfällt, also ob wir eine momentane Situation für gut befinden oder nicht hängt von unseren Erfahrungen, die wir irgendwann einmal gemacht haben ab. Also zum Beispiel, ob wir zufrieden oder unzufrieden sind, ob es uns gut geht oder nicht, ob wir mit Leichtigkeit durch das Leben gehen oder nicht.

Je mehr negative Erfahrungsbücher sozusagen in unserer Bibliothek stehen, desto weniger trauen wir uns zu, Neues auszuprobieren, weil es scheinbar ganz viele Gründe gibt diesen neuen Weg der Veränderung nicht zu gehen. Andere wiederum haben überwiegend positive Erfahrungen in ihrer Bibliothek abgelegt und trauen sich viel mehr zu, sind selbstbewusster und häufig resilienter, also auch widerstandsfähiger – sie bewerten also anders.

Wir suchen uns meist erst dann einen Coach, wenn unser Drang nach Veränderung immer stärker wird und wir irgendwann erkennen, dass wir es alleine nicht schaffen oder wenn wir zwar merken und spüren, da fühlt sich etwas nicht mehr stimmig an, jedoch alleine keinen Lösungsansatz finden.

Über meine Coaching-Methode: Das magische Blatt

Ich habe eine ganz eigene Methode entwickelt, mit der ich das noch Unbewusste sichtbar mache. Die Methode ist relativ einfach, leicht nachvollziehbar und zeigt meinem Coachee schnell und deutlich, wo überall Ansatzpunkte für eine Veränderung möglich sind. Danach kann der Coachee dann entscheiden, ob er diesen Weg weiter gehen möchte oder nicht.

Das magische Blatt

Meiner Methode gab ich den Namen: das magische Blatt.

Sie ist magisch, weil sie Dinge, die im Verborgenen schlummern sichtbar macht. Für diese Coaching-Methode brauche ich im lediglich ein weißes Blatt Papier – entweder DIN A4 oder DIN A3 oder größer, einen schwarzen Stift und 2-3 bunte weitere Stifte. Sollte ein Coaching digital stattfinden, ist das auch kein Problem, denn dazu benötige ich lediglich ein Whiteboard.

Der Ursprung

Die Grundidee stammt von einer kleinen Geschichte, die ich einmal zufällig gelesen habe. Diese Geschichte handelte von einem Lehrer, der seinen Schülern eine ganz einfache Aufgabe stellte: Dazu bekamen alle Schüler ein weißes Blatt Papier ausgeteilt, auf dem nur ein schwarzer Punkt zu sehen war. Der Lehrer stellte den Schülern danach folgende Aufgabe: „Ich möchte euch bitten, alles aufzuschreiben, was ihr auf dem Blatt seht.“ Mehr sagte er dazu nicht. Die Schüler waren im ersten Moment etwas verwirrt und schauten sich fragend an, hatten dann aber doch einige ganz unterschiedliche Ideen zu Papier gebracht. Nach einiger Zeit sammelte der Lehrer die Ergebnisse ein und las anschließend diese laut vor. Alle Schüler – ohne Ausnahme – hatten nur den schwarzen Punkt beschrieben. Seine Position, die Größe und Beschaffenheit, usw.

Ablauf der Coaching-Methode

Also zurück zum Ablauf: Meine Klienten bekommen im Coaching genauso ein weißes Blatt Papier, auf das ich zuvor einen schwarzen Punkt in die Mitte gemalt habe. Dann gebe ich folgende Aufgabe:

„Beschreibe mir was du alles siehst mit deinen eigenen Worten. Lass dabei deiner Phantasie freien Lauf.“

Manchmal lege ich noch eine ruhige Musik ein oder verlasse sogar den Raum für einige Zeit.

Wenn ich zurück komme stelle ich ihnen die zweite Frage, diese lautet:

„Was ist größer?“ – Auch hier sind meine Klienten oft irritiert und fragen zurück: „Was meinst du mit – was ist größer?“ Jetzt ist der Zeitpunkt genau richtig zu erklären, was den Unterschied zwischen dem schwarzen Punkt und der weißen Fläche des Papieres ausmacht:

Der schwarze Punkt ist relativ klein im Verhältnis zu der weißen Fläche.

Unser Leben nehmen wir häufig auch als klein und dunkel wahr, wobei dunkel nicht für schlecht steht, sondern lediglich für klein und scheinbar wenig veränderbar. Die weiße Fläche hingegen ist viel größer und hat viel mehr Platz und Möglichkeiten etwas zu verändern, nur leider nutzen wir sie viel zu selten. Und meist verhält es sich genauso auch mit unseren Veränderungswünschen und -prozessen. Wir sehen zunächst nur den schwarzen Punkt und haben ganz unterschiedliche Gründe diesen kleinen Raum nicht zu verlassen. Viel lieber halten wir uns innerhalb des kleinen Punktes auf, als auf der großen weißen Fläche.

Eine kleine Denkpause tut hier gut bevor ich die nächste Frage stelle:

„Was meinst du, warum das so ist?“

Die Antworten sind sehr vielfältig. Jetzt sammle ich die Gründe und höre vor allem sehr genau hin und frage auch nach, denn daraus ergeben sich bereits viele Hinweise, auf die Gründe, warum sie sich nicht die weiße Fläche zu Nutze machen.

Meist sind das folgende Argumente, wie:

  • ich habe Angst etwas Neues auszuprobieren
  • mir mangelt es an Selbstvertrauen, um neue Wege zu gehen
  • mir fehlt der Mut es zu wagen und zu tun
  • kein Mut seitheriges loszulassen

Das sind alles Motive, warum meine Klienten nicht den Schritt der Veränderung wagen.

Nach dieser ersten Fragerunde kommt Schritt 2:

Ich zeichne einen Rand um das Papier, so ähnlich wie ein Bilderrahmen.

Nun bekommen meine Klienten die nächste Aufgabe von mir:

„Bitte schreibe mir auf die nun weiße Fläche zwischen dem Rahmen und dem Punkt alles was du noch in einem Leben erleben und verwirklichen willst. Dabei darfst du alles aufschreiben oder malen, auch Träume und Wünsche. Wichtig: Zensiere nichts, schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt.“

Das Ergebnis ist immer wieder faszinierend, bei manchen kommt ganz viel und es sprudelt nur so an Ideen, Zielen und Wünschen, bei anderen kommt da fast nichts. Hier unterscheide ich nochmals, wie ich weiter vorgehe. Bei denen, die fast nichts auf die weiße Fläche schreiben, mache ich erst noch einen Zwischenschritt: mit ihnen erarbeite ich die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ und erst wenn das geklärt ist, arbeiten wir mit dem magischen Blatt weiter.

Mit denjenigen, die schon einige Punkte auf die weiße Fläche geschrieben haben, arbeite ich wie folgt weiter: Ich erläutere nun, was der Rahmen, der das magische Blatt umgibt für eine Bedeutung hat. Der Rahmen steht für die Ressourcen, Talente, Stärken, Bedürfnisse und Neigungen. Im oberen Teil sammeln wir im Rahmen alles was bis jetzt meinem Coachee schon bewusst ist. In den unteren Teil schreiben wir alle Dinge sowie Personen, die noch benötigt werden, die unterstützen können oder die noch aktiviert werden könnten, um die Ziele zu erreichen.

Zu diesem Zeitpunkt werden die Ideen auf der weißen Fläche noch nicht mit meinem Klienten bewertet oder priorisiert, denn dadurch kann ich noch mehr Ressourcen erarbeiten und diese ans Licht holen – gleichzeitig erkennt mein Coachee ganz klar, was noch fehlt.

Im Schritt 3 gehen wir dann noch einmal auf die Frage ein:

„Wofür willst du eine Veränderung? Was ist dein Ziel hinter dem Ziel?“

Erst wenn diese Frage auch erörtert ist, beginnt der Klient seine Ideen zu bewerten. Nun skaliert er die einzelnen Punkte auf einer Skala von 1 bis 10. Eins steht dabei für nicht besonders relevant und 10 steht für ist mir sehr wichtig.

Die Bewertung

Wenn nun klare Wünsche oder Ideen mit dem Wert 8 bis 10 bewertet wurden, arbeiten wir zuerst mit diesen. Alle weiteren können dann in einem späteren Schritt nochmals einzeln beleuchtet werden. Bei denen die einen Wert zwischen 5 und 7 haben gibt es scheinbar noch Zweifel. Diese Zweifel werden dann wiederum in einem Zwischenschritt über sogenannte Affektbilanzen erarbeitet, um herauszufinden, ob es eine Idee oder ein Wunsch ist, bei dem das Unbewusste überhaupt „mit im Boot“ sitzt. Alles was einen Wert von unter 5 hat, bleibt einfach auf dem Blatt zunächst so stehen.

Nun kommt der 4. und letzte Schritt der Methode.

Es wird geprüft, ob mit den vorhandenen Ressourcen, oder mit noch nicht vorhandenen Ressourcen, die Ziele überhaupt erreichbar gemacht werden können. Meist findet sich hier eine Lösung oder zumindest erste Lösungsansätze, um dem gewünschten Ziel der Veränderung bereits näher zu kommen.

Im weiteren Verlauf arbeite ich mit den sichtbar gemachten Veränderungswünschen weiter. Je nach Thema wähle ich hier eine zum Klienten passende Methode, denn hier kommt es nun auf jeden einzelnen Klienten an – es gibt sozusagen kein Patentrezept.

Mein persönliches Fazit

Mein ganz persönliches Fazit zu dieser Vorgehensweise

Diese Methode zeigt mir, ob mein Klient sich im schwarzen Punkt oder auf der weißen Fläche wieder findet. Wie ist die Wahrnehmung meines Klienten? Ist er oder sie überhaupt schon bereit für eine Veränderung und wenn nicht, was hindert sie oder ihn daran? Was sind die Glaubenssätze, die ans Licht kommen, was sind die Bedürfnisse, die nicht erfüllt sind und was braucht mein Klient, um den ersten Schritt der Veränderung zu gehen?

Für mich als Coach zeigt mir das magische Blatt sehr viel über meinen Coachee und gleichzeitig auch Lösungsansätze für die weitere zielführende Vorgehensweise und damit für die passenden Methoden.

Für den Coachee wird erkennbar, ob sie oder er noch in einem dunklen Raum sitzt und noch nichts oder nur wenig sieht – das entspricht dem Schwarzen Punkt.

Mit Hilfe einer imaginären Taschenlampe beleuchten wir den Raum, dafür steht das weiße Blatt Papier, so dass vieles sichtbar werden kann. Hierzu zählt dann auch der Rahmen, um sich der eigenen oder noch fehlenden Ressourcen bewusst zu werden.

Nach dem Coaching kann die imaginäre Taschenlampe sozusagen wieder ausgeschalten werden, denn auf dem magischen Blatt ist alles festgehalten, was sichtbar gemacht wurde.

Nun hat das Unbewusste einen Auftrag erhalten und ist fokussiert auf das, was verändert werden soll.

Ich habe meinem Coachee dabei sozusagen auf „magische Weise“ unterstützt, sein Ziel der Veränderung anzugehen und auch erreichbar zu machen.

Kurzanleitung zu „das magische Blatt“