Burnout-Prävention: Stressfreier leben und arbeiten

Stressfrei leben und arbeiten mit Hilfe von Burnout Prävention. Burnout ist meist ein schleichender Prozess, der unterschätzt und nicht rechtzeitig mit gezielten Maßnahmen vorgebeugt wird. Damit es erst gar nicht dazu kommt, lohnt sich ein Blick auf die Möglichkeiten der Prävention und damit auf die Methoden, welche dir aufzeigen sollen, worauf es ankommt und was dich in eine gesunde Work-Life-Balance bringt. Woher kommt der Begriff Burnout?

Symptome, Ursachen und Auswirkungen. Ein meist schleichender Prozess, der häufig unterschätzt und nicht rechtzeitig vorgebeugt wird. Damit es erst gar nicht dazu kommt, lohnt sich ein Blick auf die Prävention und damit auf die Faktoren, welche dir aufzeigen sollen, worauf es ankommt und was dich in eine gesunde Life-Work-Balance bringt.

Woher kommt der Begriff Burnout?

Der primäre Ausgangspunkt war unsprünglich eine Situation am Arbeitsplatz, die man nicht mehr bewältigt bekommt. Um an diesem Zustand etwas zu verändern erfordert es den eigenen Willen es auch zu tun.

Der Begriff Burn-out wurde das erste mal offiziell publiziert in den 70er Jahren von dem deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker: Herbert Freudenberger. Ein Artikel der Zeitschrift: Journal of Socal Issues, fand sich zum ersten mal die Headline: „Staff Burn-out“. Burn-out bedeutet übersetzt: ausbrennen, was so viel heißt, wie der persönliche Akku läuft völlig leer und ist nicht mehr auffüllbar. Begriffe wie erschöpft, ausgelaugt, abgeschlagen, müde, resigniert, unausgeglichen und gereizt beschreiben es ganz gut.

Die Ursachen sind vielfältig und begründen sich in erster Linie auf eine Überlastung am Arbeitsplatz oder einem nicht bewältigbaren bestimmten Bereich des Lebens im privaten oder familiären Umfeld.

Dem „ausgebrannt sein“ kann mit verschiedenen verhaltenspräventiven Maßnahmen vorgebeugt werden. Zum Beispiel durch bewusste und regelmäßige Pausen und Unterbrechungen,, Bewegung und körperliche Fitness, ausreichend Urlaub oder wenigstens Auszeiten, genügend Schlaf, ein positiv gestimmtes Umfeld sowie der Austausch und die Kommunikation mit anderen. Eine ganz wesentliche Rolle spielt auch die innere Haltung und Einstellung die ich zu mir selbst habe und wie hoch ich meinen Anspruch und die Erwartungshaltung ansetze.

Ursachen für die Anbahnung eines Burnout

Es gibt sehr viele Ursachen für die Entwicklung eines Burnouts:

  • Jahrelang „funktionieren“ zu müssen
  • Fremdgesteuert sein: immer nur das tun, was andere von einem wollen
  • zu allem „ja“ sagen
  • nicht auf die eigenen Bedürfnisse achten
  • Immer nur „geben“
  • zu wenig Harmonie – insbesondere bei harmoniebedürftigen Menschen
  • sehr hohe persönliche Ansprüche an sich selbst
  • Perfektionismus
  • das Gefühl für alles alleine verantwortlich zu sein
  • ständige Konfliktausweichung, um die Harmonie zu wahren
  • unbewusste Konflikte mit sich selbst austragen (innere Hin- und Hergerissenheit)
  • ständig „Päckchen“ mit nach Hause nehmen und nicht abschalten können
  • der Teufelskreis der Pflicherfüllung – extremes Pflichtbewusstsein
  • völlige Verausgabung und zu viel in zu kurzer Zeit machen wollen
  • ständig auf „stand-by“ zu sein und immer „on“
  • durchhalten um jeden Preis
  • berufliches Überengagement
  • keine Grenzen mehr setzen können
  • den Gefühlen keinen Raum mehr geben – insbesondere die Kopf-Menschen und rationellen Typen
  • zu viele alltägliche Belastungen
  • Homeoffice und Homeschooling gleichezeitig und zudem noch die Familie versorgen
  • Dauerbelastung durch einen Pflegefall in der Familie
  • Glaubenssätze, wie „Ich muss anderen geben und darf nicht nehmen, das steht mir nicht zu!“

Ein Lösungsansatz:

  1. Den aktuellen Stand herausfinden: Wo stehe ich und bin ich gefährdet?
  2. Unterstützung suchen: Coach, Therapeut oder Arzt, je nachdem in welcher Stufe ich mich befinde
  3. Training im Selbstmanagement – Hilfe zur Selbsthilfe lernen, zum Beispiel mit einem Life-Coach
  4. Verstand und Unbewusstes synchronisieren mit Hilfe des Züricher Ressourcen Modells – ZRM(R) (www.zrm.ch)
  5. Änderung der inneren Haltung und Einstellung – Perspektivenwechsel vornehmen
  6. Ressourcen aktivieren

Woran erkenne ich einen Burnout und lässt sich dieser überhaupt messen?

Die Sozialpsychologin Christina Maslach entwickelte 1974 an der Uni Berkeley in Kalifornien einen Fragebogen – den Maslach Burnout Inventory (MBI). Dieser basierte auf den gesammelten Antworten auf die Frage:

Wie reagieren Menschen auf belastende Situationen?

Sie fand dabei heraus, dass sich bei den Betroffenen folgende Punkte immer wieder abzeichneten:

  • körperliche und psychische Erschöpfung
  • negative Gefühle zur eingenen Person
  • die Grenze zur eigenen Belastbarkeit
  • Äußerungen von Zweifeln an der beruflichen Kompetenz
  • negative Gefühle in Bezug auf die auszuführende Arbeit
  • Verlust der eigentlich mitfühlenden Grundhaltung

In ihrem Fragebogen weden hierbei drei zentrale Dimensionen erfasst:

  • emotionale Erschöpfung
  • Depersonalisierung oder auch „Dehumanisierung“
  • reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit

Zudem zeigen sich körperliche Symptome während des Burnout-Prozesses:

  • die Entwicklung von Erschöpfung und der Verlust von Energie am Arbeitsplatz
  • Aufbau eines inneren Widerstands gegenüber, dem was man tut mit gleichzeitigem steigenden Zynismus gegenüber dem Umfeld
  • der Verlust der Leistungsfähigkeit und Effektivität am Arbeitsplatz, was bis hin zu Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden führen kann

Ein weiteres Messverfahren entwickelte Ayala Malach-Pines: das Tedium Measure (TM) [tedium = Eintönigkeit; measure = Mass], welches ebenso ein Selbstdiagnose-Instrument ist. Keiner der beiden Fragebögen ist wissenschaftlich validiert.

Es bleibt auch in Zukunft schwierig, Burnout messbar zu machen.

Vorgehensweise um einen möglichen Burn-out erkennbar zu machen

Prinzipiell ist ein ausfühliches Gespräch mit dem Betroffenen der erste Schritt. Es erfolgt eine biografische Anamnese unter einbezug der beruflichen und persönichen Situation, d. h. es wird eine ausführliche Bestandsaufnahme der aktuellen Lebenssituation gemacht und die Hintergründe erfasst mit allen bedeutenden Erfahrungen – positiven wie negativen, die im Laufe des Lebens gemacht wurden.

Burnout hat meist eine Vorgeschichte und entwickelt sich langsam und schleichend.

Daher sollte ein besonderes Augenmerk auf den Grad der Resignation, verminderte Belastbarkeit, den persönlichen Anspruch und die Messlatte der Perfektion gelegt werden. Aus den Beobachtungen und Ergebnissen kann dann abgeleitet werden, wo mögliche Ansatzpunkte für eine Prävention sind und ob eine Prävention überhaupt noch Sinn macht, oder besser eine therapeutische Behandlung eingeleitet werden sollte.

Entstehung und Entwicklung von Burnout

Ein Burnout kommt weder aus heiterem Himmel noch plötzlich über Nacht. Aus Berichten von Menschen, die bereits einen Burnout hinter sich haben hat sich gezeigt, dass die Betroffenen es meist gar nicht selbst wahrgenommen haben, dass sie bereits in einer tiefen Krise stecken. Das Umfeld hingegen hat sehr wohl die ersten Anzeichen registriert und sogar schon darauf aufmerksam gemacht – was der Betroffene jedoch meist nicht hören oder wahr haben möchte.

Ich selbst habe diese Erfahrung 2015 während meiner Ausbildung zur Burnout- und Stresspräventionsbeaterin durchlaufen habe. Hier stellte ich fest, dass ich bereits in der Anfangsphase stecke und auch gleichzeitig gelernt Methoden für mich zu entwickeln, mit denen ich dieser Gefahr des völligen ausgebrannt seins, mindern und reduzieren konnte. Allein das Wissen, wie ein Burnout entsteht und welche Maßnahmen möglich sind – vor allem noch in der Präventionsphase – sind ein enormer Gewinn und in dieser Phase auch für jeden möglich zu erlernen.

Entscheidend ist die Einstellung, die ich selbst dazu habe: Lehne ich es ab und rede es schön, oder stelle ich mir der aktuellen Siutation und habe auch die Willensstärke das Thema anzugehen.

Vor allem in der Anfangsphase kann sehr viel Prävention angewandt werden und helfen aus der negativ Spirale herauszukommen.

Selbst schon das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) kann hier wahre Wunder bewirken, vorausgesetzt es gibt ein Angebot und die Mitarbeiter nutzen es auch. Im Übrigen ist die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz im Arbeitsschutzgesetz verankert und für Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben, nur leider viel zu wenig umgesetzt. Resilienztrainings, Zeitmanagement-Trainings, Stressbewältigung, Entspannungstechniken oder Einfache Bewegungsübungen am Arbeitsplatz wären schon die ersten wichtigen Schritte.

Was hingegen gut analysiert werden kann, ist das Modell der menschlichen Grundbedürfnisse: Welche sind in gesunder Balance und erfüllt und welche nicht.

Hier gibt es die Konsistenz-Theorie, welche der Psychotherapeut und Hochschullehrer Klaus Detlev Grawe 2004 entwickelt und publiziert hat.

Das Modell der menschlichen Grundbedürfnisse

Jeder Mensch hat lebensnotwendige Grundbedürfnisse, welche befriedigt werden müssen. Das sind alle biologischen Bedürfnisse, wie Essen, Trinken, Schlaf und Sex. Zudem gibt es weitere Grundbedüfnisse, um zu überleben, die sich aus der Evolution entwickelt haben. Deren Befriedigung dient dazu im Zusammenleben mit anderen gesund zu bleiben, leistungsfähig zu sein und möglichst viel Lebensfreude zu empfinden.

Wenn diese voll befriedigt sind, dann ist der Mensch mit sich und der Welt im Einklang.

Grawe nennt das „Konsistenz“, was bedeutet: Der Mensch ist rundum zufrieden und kann sich vor Verletzungen schützen und mit Enttäuschungen gut umgehen sowie mit anderen Menschen jederzeit verbunden beleiben.

Passiert jedoch das Gegenteil und werden dieses auf Dauer verletzt, entsteht ein Gefühl von sich selbst fremd werden und damit zunehmender Lebensunzufriedenheit. Das nennt Grawe dann „Inkongruenz“ – und daraus kann Krankeit werden.

Die vier Grundbedürfnisse nach Grawe

Das erste Grundbedürfnis ist das nach Bindung und Verbindung mit anderen Menschen, wie z.B. Eltern, Familie, Freunde und Kollegen. Werte wie Verlässlichkeit und Berechenbarkeit spielen hier eine wichtige Rolle. Bereits eine frühe Bindung im Leben ist enorm wichtig für die persönliche Entwicklung von Sicherheit. Desto früher ein affektives Band durch sichere Bindung entstanden ist, desto besser ist das Urvertrauen in dem Menschen entwickelt.

Das zweite Grundbedürfnis ist das nach Kontrolle, Orientierung und Selbstbestimmung. Das Gefühl, ob ich Einfluss auf meine Umwelt und Umfeld nehmen kann, oder die Gestaltung der Arbeit und mein Leben zahlt hier ein. Desto mehr das gestillt ist, umso mehr habe ich ein Gefühl von Verbundenheit. Lohnt es sich für etwas einzusetzen oder ist etwas vorhersehbar und wird mein Einsatz, den ich bringe auch gewürdigt? Also je höher der erlebte Handlungsspielraum eines Menschen ist und das Empfinden, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, umso stärker wird dieses Grundbedürfnis befriedigt.

Das dritte Grundbedürfnis, ist das nach Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung. Die Entwicklung eines guten Selbstwertgefühls hat eine lebenslange Vorgeschichte. Damit es sich entwickeln kann, braucht es eine Umgebung, die im Bezug auf Menschen sehr wertschätzend ist ind die dem Individuum vermittelt, dass es etwas kann und sich etwas zutraut und im Idealfall Unterstützung in den Bemühungen vom Umfeld erfährt. Zusammengefasst ist es das gute Gefühl, wenn ich mich selbst als gut, wertvoll und von anderen geschätzt fühle und noch viel besser, wenn andere das sogar zum Ausdruck bringen und das dann auch annehmen kann.

Das vierte Grundbedürfnis ist das nach Lustgewinnung und Vermeidung von Unlust. „Das Leben ist kein Schlotzer“ ist ein typischer Spruch, der mit Lustgewinnung gemeint sein kann. Doch es geht nicht immer nur um Lustgewinn. Das menschliche Bestreben ist es vielmehr, positive und erfreuliche Erfahrungen zu machen, sowohl im beruflichen, wie auch im privaten Kontext. Gerald Hüther nennt das auch „Lernen mit Freude“ er sagt: „Lernen muss unter die Haut gehen“. Du stimmst mir sicher zu, wenn ich sage: Es fühlt sich toll an, wenn du eine schwierige Aufagabe gelöst hast und dann auch noch Lob dafür bekommen hast, oder? Auch wenn du nach getaner Arbeit etwas erreicht hast, das zunächst mühsam war, fühlt sich ebenso toll an.

Auf etwas Lust haben, fühlt sich immer gut an und aktiviert in unserem Gehirn unser Belohnungssytem, was dazu führt, dass wir angspornt werden, solche und ähnlche Erfahrungen noch möglichst oft zu machen oder zu erleben. Daher lohnt es sich immer wieder eine Bedürfnisbilanz zu erstellen und inne zu halten um einen persönlichen Check zu machen. Auch bei der Arbeit oder im Unternehmen lohnt sich das: Frag dich immer wieder mal – stimmen noch die Arbeitsbedingungen, Anforderungen an den Arbeitsplatz und das Arbeitsumfeld sowie die Organisation mit den Grundbedürfnissen der Menschen, die dort arbeiten überein oder werden sie misachtet oder verletzt?

Chronischer Stress führt zum Burnout oder macht krank

Vorweg sei gesagt: Stress ist nicht immer negativ!

Stress ist eine natürliche biologische Reaktion auf eine Herausforderung im Leben – ohne darüber nachzudenken können wir sehr schnell reagieren.

Das läuft wie folgt ab: Der Kreislauf und der Herzschlag geht hoch um die Muskeln mit viel Blut zu versorgen um dann wegrennen oder in den Kampf gehen zu können. Stresshormone, wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden zudem ausgeschüttet um uns zu aktivieren und um genügend Glucose, also Zucker im Blut zur Verfügung zu stellen. Glucose ist sozusagen der Treibstoff für Muskel und Nervenzellen). Akuter und kurzzeitiger Stress kann auf diese Weise gut bewältigt werden. Das ist dann die positive Seite von Stress. Schon unsere Urvorfahren haben das so praktiziert um bei Gefahren reagieren zu können und um auf Höchstleistung zu kommen.

Erst wenn Stress chronisch wird, und es uns letztendlich nicht mehr gelingt die stressvolle Situation in den Griff zu bekommen oder dem hohen Anspruch der Herausforderung gewachsen zu sein, dann wandlet sich der chronischer Stress in erste Anzeichen von Krankheit. Es entstehen Spannungen und Druck sowie mehr und mehr das Gefühl eine Situtation nicht mehr bewältigen zu können. Das hat dann Auswirkung auf Körper und Seele.

Es entwickeln sich Beschwerden, wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, erste Rückenleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder auch psychosomatische Beschwerden, bei denen Mediziner keine direkte Ursache finden.

Wie entsteht Stress?

Ein Stressor, ein sogenannter Stimulus, ist ein Reiz der von Außen auf einen Menschen einwirkt. Zum Beispiel Termindruck, Doppelbelastung in Beruf und Familie, Umwelteinflüsse, bedrohende Veränderungen, Leistungszwang, soziale Konflikte, etc., aber auch Gedanken können zum Stressor werden, das wären dann unsere inneren Antreiber denen wir gerecht werden wollen oder sollen. Innere Antreiber sind zum Beispiel: „Streng dich an!“ oder „Mach es allen recht!“ oder „Sei perfekt!“ oder „Sei stark!“ oder „Beeile dich – mach schneller!“

Jeder Mensch erlebt dabei die Reize ganz unterschiedlich und kann sie auch ganz unterschiedlich für sich einordnen. Die Frage hierzu lautet: „Wie erlebe ich das gerade? Ist es machbar oder nicht?“ Daraufhin erfolgt eine Bewertung, die sehr individuell ist und nicht für jeden gleichwertig. Je nach Ergebnis erfolgt eine individuelle Reaktion.

Solange wir noch Lösungen haben und die Situation als machbar bewerten und auch mit unseren zur Verfügung stehenden Ressourcen bewältigen können, besteht noch keine Gefahr. Wird es jedoch zu einer unüberwindbaren Aufgabe und das auch noch auf Dauer, dann hat der Stress negative Auswirkungen und es entwickelt sich chronischer Stress, der dann durchaus krank machen kann.

Der Mensch hat ein sogenanntes Stressregulationssysem, das schon immer den Menschen und Tieren geholfen hat sich den Anforderungen ihrer Umgebung anzupassen, zu bewältigen und damit zu überleben.

Biologische Stressregulationssysteme sind sehr komplex, doch sie stellen sicher, dass der Mensch in jedem Fall versucht mit allen Sinnen, die ihm zur Verfügung stehen wahrnzunehmen. Aus dem Wahrgenommenen wird dann bewertet und eine Entscheidung getroffen, ob die Situation gefährlich oder sogar lebensbedrohlich ist oder nicht. Dabei laufen ganz automatisierte Programme im Gehirn ab, die helfen sollen die stresserzeugenden Situationen zu bewältigen. Sie arbeiten blitzschnell (200 Millisekunden) und mit dem vegetativen Nervensystem und den hormonellen Systemen zusammen. Sie haben sogar Einfluss auf unser Immunsystem und die körpereigene Abwehr.

Stephen W. Porges beschrieb 2010 in seiner Polyvagal-Theorie die 3 Stufen des Autonomen Nervensystems (ANS).

Die Aufgabe des ANS ist es, dass es unser Überleben sicherstellt, ohne dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir auf Gefahren, hier Stress, reagieren. Es regelt die Abläufe im Körper, die ohne den eigenen Willen gesteuert werden können. Es ist ununterbrochen aktiv und regluliert Atmung, Herzschlag und den Stoffwechsel. Es empfängt Signale aus dem Gehirn und sendet diese an den Körper weiter.

Die 3 Stufen im einzelnen:

Stufe 1 zur Stressbewältigung: Suche dir andere Menschen und trete mit ihnen in Kontakt, tausche dich mit ihnen aus, um an Sicherheit zu gewinnen, ganz nach dem Motto: Zusammen ist man weniger allein. Eine wichige Voraussetzung für unsere psychische Gesundheit.

Klappt das nicht, dann folgt Stufe 2: Das Mobilisationssystem wird aktiviert. Das ist unser „Kampf- oder Fluchtsystem“. Der Herzschlag geht rauf und der Kortisolspiegel steigt an, um kämpfen oder fliehen zu können. Noch hat der Mensch aktive Bewältigungsmöglichkeiten.

Wenn das nicht mehr ausreicht, zündet Stufe 3: Es bleibt nur noch die Möglichkeit der Immobilisation und das ist der „Totstell-Reflex“. Wenn Menschen so sehr von Angst oder Schmerz oder Bedrohung überrannt oder auch traumatisiert werden, kann es passieren dass sie starr oder sogar ohnmächtig werden. Das ist dann die absolute „Vollbremsung“.

Bei guter Funktionsfähigkeit der drei beschriebenen Systeme sind Menschen sehr gut in der Lage, Stress zu verarbeiten. Kritisch wird es nur bei eingeschränkter Funktionsfähigkeit und bei andauernden Belastungen, denn dann entwickeln sich erste Beschwerden, wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und ganz allmählich auch das Gefühl des Ausgebrannt seins. Hier ist schon höchste Aufmerksamkeit angesagt und gut abzuwägen, ob Prävention überhaupt noch ausreicht oder doch schon der Arzt zu Rate gezogen werden sollte.

Wege aus der Burnout-Falle

Es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten. Zunächst muss jedoch jeder für sich lernen sich einzuschätzen.

Wie voll ist mein Energie-Akku?
Wann brauche ich eine Ladestation und wie erkenne ich was meinen Akku leert?

Ich vergleiche das immer gerne mit einem E-Bike-Akku. Ich selbst fahre wahnsinnig gerne mit meinem E-Bike, gerade weil ich nicht die sportlichste bin und dennoch viel Freude am Radfahren habe. Was mich früher immer abgeschreckt hat, waren die vielen „Buckel“ die ich ohne Ausdauer und entsprechende Muskelkraft nicht im sitzen schaffte. Das nahm mir aber auch häufig die Lust am Radfahren, so dass ich erst gar nicht losgefahren bin. Seit ich das E-Bike habe ist das ganz anders. Ich habe richtig Lust auf längere Radtouren und es ist mir auch (fast) egal, welche Strecke wir dabei fahren. Hauptsache mein Akku ist geladen, wenn wir losfahren. Aber auch da muss ich mir die Energie gut einteilen und ggf. das Ladekabel mitnehmen um bei Bedarf den Akku zwischendrin aufzuladen. Das kam zwar noch nie vor, doch allein das Wissen, jederzeit an einer Ladestation aufzutanken, gibt enorme Sicherheit. Fahre ich allerdings immer am Limit und lade nicht auf, laufe ich Gefahr, dass der Akku ganz leer geht – und ich glaube jeder, der schon einmal mit einem leeren Akku am E-Bike gefahren ist, weiß, wie anstrengend das sein kann. Lust macht das dann definitiv keine mehr.

Während einer Radtour

Warum bringe ich dieses Beispiel überhaupt? Es ist so schön vergleichbar mit unserem eigenen Akku in uns. Die Energie, die wir tanken oder zur Verfügung haben steuern wir selbst. Wenn ich weiß, was mir gut tut und wie ich meinen Lebensakku laden kann, dann kann ich auch jederzeit aktiv darauf zurückgreifen oder mir Zeiten einplanen, an denen ich diesen „lade“. Ich mache mir aber auch bewusst, was an meinem Akku Energie zieht. Das ist enorm wichtig, denn ich sollte mir dann gut überlegen und die Entscheidung treffen, was davon kann ich beeinflussen und was nicht. Auch das gibt mir Sicherheit und vor allem Selbstvertrauen. Ich kenne meine Energiefresser und meine Steckdosen und dann kann im Prinzip nichts mehr schief gehen. Zumindest alles, was bewusst ist, ist auch möglich gegenzusteuern.

Doch auch das Unbewusste und Unvorhersehbare ist steuerbar. Auch hier gilt: Achtsam und aufmerksam sein und immer wieder reflektieren. Was tut mir gut und was nicht.

Was „zehrt“ mich und was „nährt“ mich?

Diese Frage stelle ich mir reglemäßig und bin doch immer wieder sehr erstaunt, was dabei alles ans Licht kommt. Außerdem hilft mir noch das Wissen aus dem iTYPE Profiler – denn auch hier kann ich erkennen, was mir gut tut und was nicht. Was mich stresst, wie ich auf Stress reagiere und welche Möglichkeiten ich entwickeln kann um diesen entgegenzuwirken.

„Mir hat das das Leben enorm leichter gemacht und zu mehr Lebensfreude verholfen.“

Zusammenfassung und mein Angebot

Das Bild, das du hier siehst, ist von einem Segeltörn in der Nähe von Olbia, Sardinien. Jochen, unser Skipper liebte diese Hängematte und wann immer es sich anbot, chillte er über dem Wasser und hing in der Hängematte am Schlagbaum. Er hatte es nicht immer leicht und musste sämtliche Situationen managen – schließlich hatte er die Verantwortung für eine Crew von bis zu 8 Personen an Bord. Ich möchte mal behaupten seine Stressregulationssysteme funktionieren perfekt. Er weiß, wann es heißt aktiv zu werden und er weiß auch wann es möglich ist zu entspannen. Die gemeinsamen Törns mit ihm sind unvergesslich gut und immer wieder erinnere ich mich an Momente die uns in Stress brachten und an Momente der absoluten Entspannung.

Wenn auch du nun ausprobieren möchtest, wie es sich anfühlt in die Entspannung zu kommen, dann lade ich dich ein, dir einen ruhigen Ort zu suchen und der folgenden Meditation zu folgen. Ich begleite dich auf eine Phantasiereise in die Zukunft…

Geführte Meditation: „Phantasiereise in die Zukunft“ / Musik: Verlag (TherMedius-Institut) und der Urheber (Jan-Henrik Günter) / Text: Alexandra Stierle

Das ist nur ein Beispiel, wie auch du lernen kannst deine Akkus zu füllen. Egal ob während einer Meditation oder solch eines Törns oder in einer meiner Coachings. Ich lade Dich ein, mit mir in real oder virtuell auf Reisen zu gehen. Ich biete dir sowohl über ein Coaching als auch über individuelle Maßnahmen an, in deine Kraft zu kommen und damit deine Akkus aufzutanken oder resilienter zu werden.