Was hat das Matterhorn mit Coaching gemeinsam?

Es ist Mittwochabend und ein weiterer wundervoller Tag geht vorüber. In dieser Gegend um Zermatt ist man umgeben von wunderschönen Bergen, einer tollen Vegetation, Bergseen und Wanderpfaden, die sehr vielfältig und einzigartig sind. Die Natur in einer faszinierenden Weise.

Ein Gefühl des „bei mir Ankommens“

Die Bergwelt war nicht immer mein Favorit Urlaub zu machen, doch mit jedem Tag, den ich hier bin, empfinde ich immer mehr Ruhe in mir und ein Gefühl des „bei mir Ankommens“. Morgens kostet es mich immer etwas Überwindung in die Wanderstiefel zu steigen, auch weil ich mittlerweile jeden Muskel spüre, von dem ich gar nicht wusste, dass ich dort einen habe :-).

Wie oft sehen wir nur das, was die anderen sehen?

Gestern machten wir eine vierstündige Wanderung von der Sunnegga zur Riffelalp vorbei an vier Gletscherseen und erlebten dabei so ziemlich alles. Die Natur zeigte sich von seiner wundervollsten Seite und eine Stelle faszinierte mich ganz besonders: Der kleine See, in dem sich das Matterhorn spiegelt. Dieser gigantische Riese sah darin aus, wie sein „ich“ und sein Unterbewusstsein. Und wenn Wind aufkam und das Wasser zu einer rauen Oberfläche wurde, war das Spiegelbild einfach weg. Es kam also zu einer Störung von außen, hier durch den Wind, und schon war nur noch das sichtbare Matterhorn auch zu sehen. Wie oft sehen wir nur das was die anderen sehen, weil wir fremdgesteuert sind und gar nicht mehr zur Ruhe kommen um unser Unterbewusstes sichtbar zu machen?

Riesige Felsbrocken, wie im wahren Leben auch

Riesige Felsbrocken lagen auf dem Weg immer wieder einfach so rum – wie im wahren Leben auch. Bei manchen fragte man sich: Wie kamen die dahin? Wie konnten sich diese großen Steine überhaupt so weit bewegen – das hatte doch irgendwann einen Grund? Und dann gab es wieder diese ganz vielen kleinen Steine – bunte, grüne, graue, glitzernde, weiße, rote, rostbraune Steine. Jeder Stein einzigartig und keiner glich dem anderen, weder in Form noch in Farbe. Auch hier wieder ein schöner Bezug zum Coaching: Jeder Klient hat seine Geschichte und jeder hat auch seine „Päckchen“ (Steine), mal sind sie riesig, mal klein und immer ganz unterschiedlich. Und wenn man jeden Stein genauer betrachtet, dann bekommt er eine ganz neue Bedeutung.

Unser volles Potential zeigen

Und dann waren da auch zwischendrin immer wieder Felder mit wunderschönen Pflanzen, leuchtenden Farben, und ganz bunt und sie machten einem richtig Freude sie anzuschauen. Da konnte es noch so trocken und steinig sein, zwischen den Steinen wuchsen immer wieder wunderschöne Blumen. Und je trister die Gegend, um so hübscher kamen sie mir vor. Sie konnten trotz der Umgebung ihr volles Potential zeigen. Wäre es nicht schön, wir könnten das auch?

Jeder Berg hat seine Geschichte

Umgeben waren die Seen von mehreren Bergen: dem Adlerhorn, das eigentlich aussah wie ein halber Zimtstern, dem Matterhorn, das sich immer sehr majestätisch in den Vordergrund stellte, Kastor und Pollux, den sogenannten Zwillingen die eher einen weiblichen Namen verdienten, dem Breithorn, das eine Weiße Kappe auf hatte, dem Kleinmatterhorn, das tatsächlich auch wie der kleine Bruder vom Matterhorn aussah. Und auch hier: Jeder Berg hat seine eigene Geschichte.

Die Blickrichtung ändert die Perspektive

Egal an welchem Ort man sich aufhielt, die Blickrichtung gab immer wieder eine andere Perspektive. Ebenso die Steine: sie waren in allen Farben vertreten: grau und glitzrig, dann wieder grünlich mit Moos umwachsen oder rotbraun. Die Seen waren alle für sich andersartig. Der eine war grau wie Gletscherwasser, der andere tief dunkelgrün und dann wieder klar und rein wie das Bergquellwasser und überall gab es Bänke, auf denen stand: „Schön, dass Sie da sind“.

„Der Weg der Stille“

Auf der letzten Etappe kam ein Stück Weg, der vorbei an Schluchten führte, in denen das Wasser sich seinen Weg gebahnt hat und gleichzeitig umgeben von saftigen Arven und Alpenrosen die den Wegrand säumten. Der Boden war weich von den Tannennadeln des letzen Winters und es lief sich wie auf einem weichen Teppich. Es roch nach Tannennadeln und Kräutern. Alle Sinne wurden bei dieser Wanderung bei mir angesprochen. Sinne, die ich im Alltag gar nicht mehr so wahr nahm. Das wurde mir wieder sehr bewusst. Und dann kam da noch ein Schild auf dem Stand: „Weg der Stille“. Was es auch in der Tat war.

Bezug finden zu uns und unseren Sinnen

Bewusst wurde mir hier ganz deutlich: Im Coaching bekommen wir auch wieder Bezug zu uns und unseren Sinnen, wer wir wirklich sind und dass es immer einen Weg gibt, wenn wir es uns bewusst machen. Aber auch wie vielfältig wir leben könn(t)en, wenn wir es woll(t)en und egal wie groß ein Hindernis ist, es kann uns den Weg niemals ganz versperren, wenn wir es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und vielleicht auch ab und an einen anderen Weg gehen und die ausgetretenen Pfade dabei verlassen.

Ich war auf jeden Fall nicht das letzte mal hier und freue mich diese Lebensfreude hoffentlich bald wieder spüren und erleben zu dürfen.

(Dieser Artikel ist zuerst auf www.Alexandra-Stierle.de erschienen.)